Ostfriesische Teetied

Wir (die Ostfriesen) sind Weltmeister im Teetrinken

Nicht England, nicht China, nicht die Türkei, sondern eine kleine Region im Nordwesten von Deutschland hält einsam den Rekord. Mit rund 300 Litern Tee pro Jahr pro Kopf wird in keiner anderen Region der Welt so viel Tee getrunken, wie bei uns in Ostfriesland. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt kommt nur auf ca. 25 Liter und da sind wir Ostfriesen schon mit enthalten.

Da wir den Tee so lieben haben wir uns eine eigene Mischung geschaffen unseren Ostfriesentee. Echter Ostfriesentee muss in unserer Heimat gemischt worden sein, nur dann darf er sich auch als echter Ostfriesentee bezeichnen, alles andere ist nur eine ostfriesische Teemischung. Der echte Ostfriesentee besteht aus mehr als 20 Sorten. Feinster Assam-Tee zusammen mit Darjeeling- und Ceylon Tee in einem sich den Teequalitäten immer wieder neu zusammengestellten und anpassenden Verhältnis garantieren eine konstante Qualität.

Teetied inzwischen Weltkulturerbe

Unter dem Motto: „Ostfriesische Gemütlichkeit hält stets ein Tässchen Tee bereit“, sind bis zu vier Teetieds (Teezeiten) am Tag durchaus üblich: Am frühen Morgen zum wachwerden, dann gegen 11 Uhr („Elführtje“), eine am Nachmittag und die letzte noch einmal am Abend.

Die ostfriesische Teezeremonie steht für Gastfreundschaft und Gemütlichkeit. Wir Ostfriesen lieben einfach – entgegen aller Vorurteile –einen geselligen Klönschnack. Und wo lässt sich besser schnacken, als bei einer schönen Tasse Ostfriesentee. Im Jahr 2017 wurde diese Teezeremonie (die Teetied) von der UNESCO zum immateriellen Kulturgut erklärt.

Die richtige Teezubereitung

Wer so viel Tee trinkt und seine Teezeremonie so wertschätzt, wie wir Ostfriesen, der hat natürlich auch seine Teezubereitung und den Verzehr bis aufs kleinste Detail optimiert. Die richtige Zubereitung liegt uns Ostfriesen im Blut und wird schon vor den Kindergarten gelehrt. Für alle nicht Ostfriesen erklären wir es aber immer wieder gerne, immerhin sind wir stolz auf das was wir uns geschaffen haben.

Im ersten Schritt wird die Teekanne mit kochendem Wasser vorgewärmt. Hierzu einfach einen guten Schuss kochendes Wasser in die Kanne geben, das Wasser in der Kanne schwenken und wieder ausgießen. Jetzt den Tee 8-10g (ca. 2-3 Teelöffel) auf 1 Liter direkt in die Kanne geben. Wenn ihr möchtet könnt ihr den Tee in ein Teesieb oder einen Teebeutel geben, wandelt ihr jedoch auf wahrhaft ostfriesischen Pfaden, dann gebt ihr den Tee direkt in die Kanne.

 

Jetzt den Tee so das er gerade bedeckt ist mit frischem sprudelnden Wasser übergießen, die Kanne auf ein Stövchen stellen und 3-5 Minuten ziehen lassen. Dann wird das restliche kochende Wasser, entsprechend der Teemenge nachgegossen. Empfehlenswert, damit der Tee nicht bitter wird, den fertigen Tee durch ein Teesieb in eine vorgewärmte Servierkanne umfüllen.

Teegenuss mit Kluntje und Wulkje

Wer glaubt, dass damit die Zeremonie zu Ende ist täuscht sich. Vor dem eingießen des Tees legen wir Ostfriesen ein Kluntje (weißer großer Kandis) in die Tasse. Diesen gilt es mit einer kleinen Zange in die Tasse zu befördern. Es folgt das wohlige Geräusch des knistern, wenn heißer Tee auf den Kluntje trifft. Fehlt das Geräusch, war der Tee nicht heiß genug. Die Tasse darf hierbei nicht bis zum Rand gefüllt werden, da nun mit einem kleinen zierlichen Sahnelöffel dem Rohmlepel ein Schuss Sahne entgegen des Uhrzeigersinns an den Rand der Tasse gegeben wird. Die Sahne sinkt zunächst hinab und steigt sodann als kleines Feuerwerk in Form von Wolken dem sogenannten „Wulkje“ wieder auf.

 

Jetzt heißt es bloß nicht umrühren. Wer jetzt den Tee umrührt , der outet sich nicht nur als Zugezogener und offenbart eine gewisse Kulturlosigkeit, sondern dem entgeht auch der wahre Teegenuss. Der Genuss startet mit der cremigen und kühlen Sahneschicht, gefolgt vom typisch herben und kräftigen Geschmack des echtesn Ostfriesentees und wird vollendet durch einen süßen Schluck zum Schluss. Dies wiederholt sich in einer echten ostfriesischen Teerunde mindestens drei Mal, wobei das Stück Kluntje gerne für mehrere Tassen verwendet werden darf. Lehnt man vor der dritten Tasse ein weiteres Nachgießen ab, so wird dies als unhöflich oder sogar beleidigend aufgefasst. Solange der Löffel nicht in der Tasse liegt, wird pausenlos nachgeschenkt. 

Ostfriesische Gastfreundlichkeit

Wir in Ostfriesland haben die Tradition, einem Gast bei seiner Ankunft eine Tasse Tee anzubieten. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Familienmitglied oder einen alten Bekannten handelt, der für einige Tage zu Besuch kommt oder um einen bisher noch unbekannten Gast, der unangekündigt und plötzlich an unsere Tür klopft. Teetrinken verkörpert Geselligkeit und Gelassenheit und genau dieses Gefühl wollen wir auch mit unserem Ostfriesen Eistee transportieren. Hierbei legen wir größten Wert darauf, dass der Ostfriesen Eistee keine neue Art sondern nur eine zusätzliche Art ist, unseren geliebten Ostfriesentee zu genießen.